Das Breite Moos

 

Das Breite Moos bei Apfeldorf (Größe ca. 80 ha)

 

Steckbrief Breites Moos (Stand: 26. April 2016)

 

 

Moore gehören in Mitteleuropa zu den bedrohtesten Lebensräumen. Die Zerstörung hat hier atemberaubende Geschwindigkeiten angenommen. Die Sicherung dieser Restflächen im Landkreis Landsberg am Lech ist einer der Schwerpunkte in den letzten Jahren des LBV in Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberbayern und der Naturschutzbehörde des Landratsamtes Landsberg. Der LBV hat im Bereich Breites Moos bereits ca. 19 ha angekauft, um dort entsprechende Pflegemaßnahmen vorzunehmen. Wiedervernässung sowie teilweise Entbuschung sind notwendig, um den im Moor spezifischen Lebewesen als Biotopinsel zu dienen. In Teilstücken ist Mähen notwendig, um entsprechende Pflanzen zu erhalten und vor Überwucherung zu schützen.

Die Entstehungsgeschichte der Moore reicht bis zur letzten Eiszeit zurück, als die abschmelzenden Eismassen zahlreiche kleinere und größere Seen hinterließen. Durch Ablagerungen von Sedimenten und biologischer Substanz verschlammten im Laufe der Zeit besonders flache Seen so stark, dass sich der Uferbewuchs von der Landseite immer weiter zur Seenmitte voranschob. Durch Ansiedlung von Seggen-,Schilf-, Wollgrasbeständen und Torfmoosen, die schließlich zu Torf verrotteten, erhöhte sich der Boden weiter. Man spricht in diesem Stadium von Flach- oder Niedermoor. Die Wasserversorgung erfolgt noch durch Grund- und Oberflächenwasser. Die weitere Erhöhung mit mehr als 50 cm Torfschicht, wobei nur noch längerwurzelnde Pflanzen das Grundwasser erreichen, nennt man Übergangs- oder Zwischenmoor.

Die Fortsetzung dieser Entwicklung führt zum Hochmoor (Regenwassermoor), da dessen Wasserversorgung dann ausschließlich durch Regen gedeckt wird. Hier sind Moorfrosch, Baumpieper, Bergeidechse und Kreuzotter, sowie seltene Insekten, Schmetterlinge wie Hochmoorgelbling und Blauschillernder Feuerfalter und viele Pflanzen wie Wasserschlauch, Rauschbeere, Sonnentau, Sumpfwurz und einige Knabenkräuter zuhause.

Am 28. Juni 2003 nahm der Arbeitskreis Entomologie und Mitarbeiter der Kreisgruppe München des LBV unter Leitung von Frau Dr. Gisela Merkel I Wallner eine Insektenkartierung bei Tag und Nacht vor.

Das Ergebnis:

7 Heuschreckenarten

17 Libellenarten, davon zwei stark gefahrdete Arten der "Roten Liste"

28 Tagfalterarten von den 55 vorkommenden Arten wie z.B. Hochmoorgelbling, Kleiner Schillerfalter, Hochmoorperlmuttfalter, Baldrianscheckenfalter, Wachtelweizenscheckenfalter usw.

70 Nachtfalterarten wie z.B. der schwarzweiß und gelbweiß gezeichnete Rauschbeerenspanner und viele andere.

 

Zurück

 

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Mitglied werden
LBV Naturshop
LBV QUICKNAVIGATION