Der Teufelsabbiss

Foto: Köbele
Foto: Köbele

 

Moore waren den Menschen schon immer unheimlich. Vielleicht dachte man deshalb, dass Belzebub den Teufelsabbiss unterirdisch angeknabbert hat. Denn diese Pflanze, die nahe mit der Skabiose verwandt ist, besitzt einen Kriechspross, der unter der Erde wächst. Wenn die alten Teile davon absterben, sieht das Ende so aus, als wenn jemand davon abgebissen hätte. Und wer könnte das im schwarzen Moorboden anders gewesen sein als der Teufel?

 


Grund genug hätte der Teufel, diese Pflanze dem Menschen wegzufressen. Denn sie wurde in der Volksmedizin vielfältig verwendet, unter anderem als Mittel gegen Husten oder als Entzündungshemmer. Der Teufelsabbiss diente auch der Abwehr gegen die Verhexung des Viehs.

 


Sammeln sollte man die Pflanze heute nicht mehr, denn wie viele andere Arten, die nährstoffarme Böden bevorzugen, ist der Teufelsabbiss bei uns nicht mehr allzu häufig zu finden. Auch mangelnde Pflege macht der Art zu schaffen, da die Samen zum Keimen sehr viel Licht benötigen. Büsche, aber auch altes Streu vom Gras des Vorjahres verhindert die Keimung. Früher wurden Moore oft als Streuwiesen genutzt, das Gras wurde sorgfältig weggerecht und im Stall verwendet um Mist zu gewinnen, mit dem dann Ackerflächen gedüngt wurden. Auf diese Weise wurden den Streuwiesen auch Nährstoffe entzogen, der Teufelsabbiss hatte so einen idealen Lebensraum. Der LBV versucht zusammen mit Landwirten im Breiten Moos  seit etwa 15 Jahren mit seinen Pflegemaßnahmen diese Nutzung zu simulieren und so die Kulturlandschaft Streuwiese, mit ihren zahlreichen Arten wie dem Teufelsabbiss, zu erhalten.

 

N. Schützeberg, 19. Februar 2009

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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