In den 1990er Jahren gab es in Bayern nur noch wenige Brutpaare. Doch dank intensiver Schutzbemühungen und einem Artenhilfsprogramm ist der Uhu wieder im Aufwind: Aktuell gibt es ca. 550 Brutpaare in Bayern. Im Landkreis Landsberg befinden sich derzeit rund 25 Reviere, wobei insbesondere der Mittlere Lech zu einem der Hauptverbreitungsgebiete bayern- und auch deutschlandweit zählt. In einem Lechabschnitt mit einer besonders hohen Populationsdichte befinden sich beispielsweise 4 Reviere innerhalb von 3 km. Die teils steilen und abgerutschten Lechhänge mit Nagelfluhfelsen bieten teils ideale Brutnischen und die umgebenden extensiven Wiesenlandschaften bieten, insbesondere im südlichen Landkreis, ideale Nahrungsflächen.
Ob Uhus erfolgreich brüten, hängt stark von der Nahrungsverfügbarkeit ab. Sie profitieren vor allem von einem reichen Angebot an Mäusen und anderen Kleinsäugern. Eine Gefahr für den Uhu stellt heute der teils massive Druck auf seinen Lebensraum dar, denn immer mehr Menschen möchten genau dort die Natur genießen: Mountainbiken, Geocaching und Klettersport – Freizeitaktivitäten, die in der näheren Umgebung einer Brutnische, zur Aufgabe der Brut führen. Gerade während der Brutzeit sind Uhus recht empfindlich und verlassen bei größeren Störungen im Horstbereich ihr Nest oder geben die Brut sogar komplett auf.
Deshalb kontrollieren wir in regelmäßigen Abständen die bekannten Brutreviere und versuchen während der Balzphase die Reviere zu erfassen. In enger Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden und dem Forstamt wird versucht Aufklärungsarbeit bei Erholungssuchenden zu leisten und ein Besucherlenkungskonzept entlang des Lechs zu entwickeln, um dem Uhu die nötige Ruhe während der Brutzeit zu geben.
Wir zählen und kartieren jährlich die Uhubestände entlang des Lechs und auch darüber hinaus z.B. in Kiesgruben oder den größeren Waldgebieten im Landkreis.
Wir beraten und unterstützen Naturschutzbehörden und Forstamt bei der Umsetzung eines Besucherlenkungskonzepts entlang des Lechs, um Störungen während der Brutzeit zu minimieren
In bekannten Uhurevieren wird versucht durch das gezielte Anlegen geeigneter Brutnischen das Angebot an Nistmöglichkeiten zu optimieren
Verletzte Tier werden unter der Mithilfe von Auffangstationen gepflegt und vor Ort wieder ausgewildert
Unsere langjährigen Kartierungsergebnisse fließen in das Artenhilfsprogramm Uhu und die Artenschutzkartierung ein. Diese dienen als zentrale Datengrundlage bei möglichen Eingriffsplanungen (z.B. Windkraft).
Bayerische Staatsforsten – Großvogelhorste im Wald erkennen und schützen
Landesamt für Umwelt – Artenhilfsprogramm Uhu
Text/Fotos: Alex Klose (Mai 2021)